Ich fühle mich so adjektiv

Das sonne Wetter bringt mir nichts, heute ist für mich ein vielzutuner Tag. Die Frau rastet magenverstimmt im Bett – liegt es an einer bakterien Wassermelone? -, und im sonst recht ablenken Fernsehen hat’s diesmal nur kunstturne Buben mit schweizerkreuzen Bäuchen und kampfgerichten Gesichtern (nach ausfallschritten oder gar sturzen Darbietungen).

In einer qualitäten Zeitschrift habe ich es entdeckt (gleich nachdem ich mein schlafes Kind in sein gitteres Bett transportierte): das überadjektive Adjektiv. Es strahlte aus einem druckerschwärzen Gedicht mit dem ausrufezeichenen Titel Sommer!

Schwer lastet lavaheisse Glut
Auf Mützen weiss und weisser.
In Mücken brodelt Menschenblut,
Das Licht sticht gleiss und gleisser.

Doch bald schon schaut der Sommer weh
Auf herbste Wälder nieder.
Anschliessend fällt der Winterschnee.
Dann kommt der Frühling wieder.

Und kaum sind wir in Sommerschuhn,
Springt Herbst aus den Kalendern.
Moral: Die Jahreszeiten tun
Sich vierteljährlich ändern.

Gedichtet hat das der poete Thomas Gsella, er arbeitet für Das Magazin. Wie übrigens auch der idole Max Küng, den ich hier interviewt habe, in einem nicht adjektiven, aber gleichwohl buchstaben Zusammenhang.

 

 

4 Gedanken zu “Ich fühle mich so adjektiv

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