Das Drahtesellied und die Wunde am Geist

Die unvermeidliche Rubrik in vielen Schweizer Tageszeitungen, die Letzte Seite, war hier schon einmal Thema. Ich dachte lange, der Gegenstand sei damit erledigt. Doch heute gibt es etwas anzufügen:

Mannheim Die britisch-georgische Sängerin Katie Melua will eine Fahrradtour durch Mannheim machen. „Ich habe mir erst im Januar ein neues Fahrrad gekauft“, sagte die Musikerin, die 2005 mit „Nine Million Bicycles“ einen Hit landete, vor ihrem Auftritt in Mannheim. Als sie den Hit mit dem Drahtesellied hatte, bekam sie viele Fahrräder geschenkt, wie sie dem „Mannheimer Morgen“ erzählte. „Bestimmt an die zehn Stück, das war verrückt.“ Die habe sie dann an Freunde und Verwandte verschenkt.

Sieht so aus, als entwickle sich der „Mannheimer Morgen“ zu einem Referenzmedium, dem man hinterherschreibt. Dann empfehle ich dem deutschsprachigen Teil der Menschheit, sich von Zeitungen ab- und Büchern zuzuwenden.

Bücher bieten keine wirkliche Rettung, aber sie können den Geist davon abhalten, sich wund zu kratzen.

Das sagt David Mitchell, ein britischer Autor, und zwar ein guter. Als er den Wolkenatlas veröffentlicht hat: Hat ihm da jemand eine Wolke geschenkt? Und ist er damit über Mannheim geschwoben?

Das wäre dann allerdings eine würdige Story.

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